Kommunikation im Personenschutz

Kommunikation ist Sicherheit

In jeder Situation des Alltags – und im Personenschutz – spielt die Kommunikation eine wichtige Rolle. Ob zwischen zwei Freunden, innerhalb der Familie oder in einer Gruppe. Schon Paul Watzlawick sagte “Man kann nicht nicht kommunizieren”. Kommunikation ist also von großer Bedeutung für die Bewältigung unterschiedlicher Situationen. Auch im Sicherheitsdienst spielt eine geschulte, zielgerichtete Kommunikation eine wichtige Rolle. Die Kommunikation kann aber mit fehlerhafter Führung kontraproduktiv sein. Die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg versucht, dies zu verhindern und für alle Beteiligten ein effizientes Konfliktmanagement zu ermöglichen.

Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg – was ist dies eigentlich?

Bei der gewaltfreien Kommunikation handelt es sich um ein von Marshall B. Rosenberg entwickeltes Handlungskonzept. Die Entwicklung des Konzeptes wird auf die frühen 1960er datiert. Ursprung fanden die Überlegungen in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Mit Erfolg konnten seine Ideen angewandt und in die Bewältigung alltäglicher Kommunikationsprobleme integriert werden, und dies gilt auch heute noch. Bis zu seinem Tod im Jahr 2015 reiste Rosenberg viel durch die Welt, hielt Trainingskurse rund um die gewaltfreie Kommunikation ab. Im Übrigen sind seine Ideen rund um die gewaltfreie Kommunikation von vielen Einflüssen geprägt. Unter anderem trugen die klientenzentrierte Psychotherapie Carl Rogers und auch die Ideen Mahatma Gandhis ihren Teil zur Entwicklung des Konzepts der gewaltfreien Kommunikation für ein effizientes Konfliktmanagement bei. Dieses Konzept wird auch im Personenschutz angewendet. Übrigens: Für die gewaltfreie Kommunikation hat sich das Akronyme “GFK” als verbreiteter Standard etabliert.

Welche Vorteile bietet die gewaltfreie Kommunikation im Personenschutz?

Der Verzicht auf körperliche Gewalt wird häufig und irrtümlich in direkte Relation zu der gewaltfreien Kommunikation gebracht. Dies ist allerdings falsch. Von Gewalt wird beispielsweise bei Beleidigungen, bei Bedrohungen oder bei persönlichen Angriffen auf die Emotionen des Kommunikationspartners gesprochen. Sehr oft findet diese Art der Gewalt im Alltag Anwendung, sehr oft sogar unbewusst. Allerdings resultieren hierdurch häufig Konflikte. Ob bei Kindern oder Erwachsenen, entsprechendes Verhalten mit resultierenden Konflikten lassen sich in allen Bereichen, in allen Schichten und in allen Situationen beobachten. Das Problem: Fühlt sich einer der Gesprächspartner bedroht, beleidigt oder unter Druck gesetzt, ist ein konstruktives Konfliktmanagement unmöglich.

Das Ziel der gewaltfreien Kommunikation ist das Verhindern dieser Konflikte. Hierfür werden die Inhalte im Rahmen der Kommunikation so an den Empfänger transportiert, dass Empathie klar und deutlich vermittelt wird. Hierdurch fühlt sich der Kommunikationspartner verstanden, akzeptiert und geht auf die zielgerichtete Kommunikation ein. Ganz einfach ausgedrückt: Verbale Gewalt gegenüber Mitmenschen soll bei der Kommunikation nach Möglichkeit komplett vermieden werden.

Anwendung kann die gewaltfreie Kommunikation selbstverständlich überall finden, auch im privaten Segment. Allerdings spielt die gewaltfreie Kommunikation für ein effektives Konfliktmanagement in besonders risikoreichen Segmenten deutlich häufiger Anwendung, beispielsweise bei uns im Sicherheitsdienst. Mit entsprechendem Wissen und Können lassen sich auch bei Kühn Sicherheit viele Situationen besonders effizient lösen. Ein deeskalierendes Verhalten durch die gewaltfreie Kommunikation steht also immer im Mittelpunkt.

Vier Schritte für ein effektives Konfliktmanagement

Wer die gewaltfreie Kommunikation erlernen und anwenden möchte, profitiert von einem relativ einfachen, klaren und nachvollziehbaren Konzept. Der Entwickler des Konzepts für eine verbesserte Kommunikation Rosenberg notierte hierfür folgende vier Schritte:

Schritt 1:
Der wichtigste Punkt für den Einstieg und das Fortführen der gewaltfreien Kommunikation ist die Beschreibung des vorliegenden Sachverhalts. Diese sollte möglichst sachlich, objektiv und neutral erfolgen. Besonders wichtig ist der Verzicht auf sogenannten Killerphrasen. Inhalte, die mit “immer”, “alle” oder “keiner von euch” beginnen, bringen das Gegenüber in der Regel direkt in eine Abwehrhaltung. Diese Phrasen schieben Schuld zu und der Kommunikationspartner geht in die Defensivhaltung. Dies gilt sogar dann, wenn das Anliegen vollkommen gerechtfertigt ist. Deshalb gilt: Immer sachlich bleiben.

Schritt 2:
Die Kommunikation setzt sich immer aus mindestens einem Sender und einem Empfänger zusammen. Im zweiten Schritt kommt es darauf an, die aktuellen Gefühle des Senders in den Vordergrund zu bringen. Dies sollte nicht mit Egoismus verwechselt werden, denn im Rahmen der gewaltfreien Kommunikation kommt es auf das Transportieren der individuellen, eigenen Befindlichkeit an. Besonders hilfreich sind die sogenannten Ich-Botschaften. Diese beinhalten die aktuelle Befindlichkeit, die eigenen Gefühle und machen den Weg auf zu einem effizienten Konfliktmanagement. Denn die Ich-Botschaften lösen eine besondere Form der Empathie beim Empfänger aus.

Schritt 3:
Die eigenen Bedürfnisse und Wünsche stehen im dritten Schritt der gewaltfreien Kommunikation im Mittelpunkt. Diese werden klar formuliert und an den Empfänger vermittelt. Hierdurch soll vermittelt werden, was der Sender persönlich für das Erreichen oder das Beilegen des Ziels bzw. Streits benötigt. Das Ergebnis: Der Sender weiß nun, wie das Gespräch erfolgreich beendet werden könnte. Im optimalen Fall nimmt er diese Möglichkeit an und verfolgt gemeinsam mit Ihnen das Gespräch bis zum erfolgreichen Konfliktmanagement.

Schritt 4:
Der Abschluss der gewaltfreien Kommunikation bekräftigt im Grunde den dritten Schritt. Hierbei handelt es sich um die Bitte. Generell gilt: Bitten ist im Rahmen der Kommunikation natürlich immer erlaubt. Der Empfänger erhält hierdurch erneut die Möglichkeit, etwas Positives zu bewirken. Allerdings gilt hier ein altes Sprichwort: Der Ton macht die Musik. Für die gewaltfreie Kommunikation sollte ein freundlicher, respektvoller Tonfall selbstverständlich immer vorherrschen.

Konfliktmanagement bei Kühn Sicherheit

Gewaltfreie Kommunikation kann im Alltag Konflikte vermeiden und das Alltags- oder Berufsleben deutlich einfacher machen. Gerade wir von Kühn Sicherheit sind hiervon ebenfalls betroffen. Ob bei der Überwachung eines Geländes, bei einer Veranstaltung oder bei der Sicherung privater Objekte, das Risiko eines Konfliktes ist immer mit dabei. Und auch eine Eskalation ist selbstverständlich immer möglich.

Deshalb schulen wir unsere Mitarbeiter bei Kühn Sicherheit immer regelmäßig und intensiv. Die Erfahrungen des Alltags zeigen den Erfolg unserer Maßnahmen. Ein professionelles und sicheres Auftreten ist gesichert, hinterlässt deutlichen Eindruck beim Empfänger und macht auf Basis dieser Vorteile ein zielgerichtetes Konfliktmanagement möglich. Mehr Sicherheit für alle Beteiligten, sowohl für unsere Mitarbeiter wie auch die Kommunikationspartner, durch das Verhindern einer Eskalation lässt sich somit erzielen. Unsere Mitarbeiter bei Kühn Sicherheit schulen die eigenen Kenntnisse nicht nur im täglichen Einsatz, wir bieten auch regelmäßige Fortbildungen. Eine gewaltfreie Kommunikation mit effizientem Konfliktmanagement macht den Alltag somit für alle Beteiligten deutlich einfacher.

Wenn Sie Fragen oder Wünsche zu diesem Thema haben, erreichen Sie mich per E-Mail: j.grundmann@kuehn-sicherheit.de

P.S. Personenschutz und gewaltfreie Kommunikation sind kein Widerspruch!